Essen in Schottland: Schottisches Frühstück

Tipp der Redaktion Full Scottish Breakfast - Was ist drin?

29.04.2008 Shermin Arif

Kulinarischer Grenzfall oder leckere schottische Küche? Hier erfährt man, was der frühmorgendliche Leckerbissen aus Schottland eigentlich genau enthält.

Am recht schweren schottischen Essen scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Das „full scottish breakfast“ ist quasi ein Scheideweg: entweder man hat einen stählernen Magen und liebt diese frühe Attacke auf die Gallenwege, oder man erbleicht allein schon bei den Gerüchen, die der fröhlich vor sich hin brutzelnde „Black Pudding“ verströmt. In gut geführten Bed & Breakfasts hat man jedenfalls kaum eine Chance dieser Delikatesse zu entkommen und muss von der Hausmutter besorgte Blicke und Kommentare über eine nahrhafte Tagesgrundlage für touristische Märsche in Edinburgh erdulden, während man sich tapfer an eine Tasse Tee und etwas Toastbrot klammert.

Bestandteile des Full Scottish Breakfast

Wer sich also furchtlos dem in Schottland sehr beliebten Frühstück stellt, bekommt eine gut frittierte Auswahl aus folgenden Dingen serviert:

Sausages

Kleine gebratene Würstchen, die im Geschmack ein wenig an Nürnberger Würstchen erinnern.

Black Pudding

Schwarzer Blutpudding, ist eine Art Grützwurst, angedickt mit Oatmeal (Haferflocken sind in der schottischen Küche eine nicht wegzudenkende Zutat) und schön in der Pfanne gebraten.

Haggis

Statt Black Pudding kann es auch schon mal ein Scheibchen des schottischen Nationalgerichts sein, dass frisch angebraten seinen Weg auf den Teller findet.

Ham

Knuspriger gebratener Schweineschinken, der relativ mager (bis er in heißem Fett gebraten wird) und recht salzig ist.

Eggs

Ein bis zwei Spiegeleier oder ein Omelette, bzw. „Scrambled Eggs“ (Rührei) sind ein morgendliches „Muss“ und krönen immer das kalorienreiche Menü.

Potato Scones

In guten Restaurants, Hotels oder Pensionen sind es leckere (und natürlich auch gebratene) Pfannkuchen aus Kartoffelteig. Nicht unbedingt vergleichbar mit deutschen Kartoffelpuffern, da sie aus vorgekochten und zu Kartoffelbrei verarbeiteten Kartoffeln, sowie Mehl, hergestellt werden. Oft werden aber auch tiefgefrorene und frittierte Gebilde angeboten, die optisch stark an die hierzulande aus der Tiefkühltruhe bekannten Kartoffel-Röstis erinnern.

Fried Mushrooms

Frische Champions. Gut gewürzt und – wie sollte es auch anders sein – natürlich gebraten.

Baced Beans & Tomatoes

Gebackene weiße Bohnen in Tomatensoße und gegrillte Tomaten sind wahrscheinlich eher ein Einfluss aus der englischen Küche, sie sind aber durchaus ebenso auf dem Frühstücksteller anzutreffen.

Toast

Geröstetes Toastbrot, Butter und Marmelade werden immer zum Frühstück dazu gereicht.

Porridge

Wer mag, und noch Platz im Magen hat, kann sein „traditional full scottish breakfast“ mit einem Schüsselchen Haferbrei abrunden. Das traditionelle schottische Porridge ist gesalzener, mit Wasser gekochter Haferbrei, der mit Butter, Milch, Sahne, Zucker, Honig oder Sirup darauf verzehrt wird. Ein etwas ungewöhnliches, aber durchaus genießbares Geschmackserlebnis. Dieses Gericht hat in Schottland eine über Jahrhunderte zurückreichende Tradition. Für die breite Bevölkerung war dieser Getreidebrei früher Nahrungsgrundlage. In Europa und Skandinavien fand man sogar 5000 Jahre alte Moorleichen in deren Mägen ein Haferbrei – vergleichbar mit dem heute bekannten Porridge – nachweisbar war.

Heutzutage finden jährlich in Carrbridge (Inverness-Shire) die „World Porridge Making Championships“ statt.

Nach diesem „kleinen“ Frühstück sollte man sich körperlichen Aktivitäten hingeben, denn bald darauf kommt ja Lunch, Teatime (mit Leckerbissen wie etwa Scones mit Marmelade und „clotted cream“ (Rahm) oder das bekannte schottische Shortbread) und natürlich das nicht minder reichhaltige Dinner - vielleicht mit einer leckeren schottischen "Bacon & Egg Pie".

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